Dynamic Keyword Insertion: Keyword-Platzhalter optimal nutzen!

In meinem ersten Artikel auf SEA-Sight.com möchte ich mich mit Keyword-Platzhaltern bzw. Dynamic Keyword Insertion (kurz: DKI) beschäftigen und möglichst viele Fragen rund um dieses sehr spannende Thema beantworten. Da ich Dynamic Keyword Insertion selbst häufig (aber mit Bedacht!) nutze, möchte ich meine Erfahrungen und die Ergebnisse meiner Recherche mit euch teilen.

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So geht’s! | Code | Vorteile | Grenzen | Sonderfälle | Display-Netzwerk | 6 Tipps | Fazit | Quellen

Wie funktionieren dynamisch eingefügte Keywords?

Aber: Wo einfügen? Und Platzhalter für was? Der Einsatzbereich der DKI sind die Textanzeigen von Kampagnen, die in erster Linie für die Google-Suche und das Such-Werbenetzwerk geschaltet werden. DKI ermöglicht es, das Keyword, welches die Anzeigenschaltung ausgelöst hat, mithilfe eines Code-Schnipsels 1:1 in eine Textanzeige einzubinden: in der Überschrift, im Anzeigentext, der angezeigten URL und sogar in der Ziel-URL. Das heißt, dass der User im besten Fall seine eingegebenen Wörter in eurem Anzeigentext sieht und der Anzeige mehr Relevanz beimisst.

Sollte er aber einen Begriff eingeben, der zum Beispiel aus mehr als den zulässigen Zeichen besteht, so erscheint stattdessen ein von euch vorgegebener Platzhalter; sprich: ein Standard- oder Alternativtext.

Wie genau sieht der Keyword-Platzhalter-Code aus?

Das ist der Keyword-Platzhalter-Code:

{keyword:Standard-Text}

Und so setzt ihr ihn in den Anzeigen ein, hier veranschaulicht am Beispiel einer Anzeige für einen imaginären Teeladen:

Der Code-Schnipsel, den ihr in die Anzeigen einbaut, wird mit einer geschweiften Klammer geöffnet und mit einer solchen auch wieder geschlossen. Zwischen den Klammern steht immer an erster Stelle das Wort „keyword“ in unterschiedlichen Schreibweisen, gefolgt von einem Doppelpunkt und einem frei gewählten Standard-Text. Achtung: Unmittelbar vor und nach dem Doppelpunkt darf kein Leerzeichen stehen!

Ihr bestimmt zudem, ob die Keywords im Anzeigentext klein- oder großgeschrieben werden. Vorteil: Die dynamisch eingebundenen Keywords passen sich dem Stil eures selbst geschriebenen Anzeigentextes an. Somit wirkt das Ganze wie aus einem Guss. Je nachdem, wo ihr bei dem Code-Wort „keyword“ Groß- und Kleinbuchstaben einsetzt, presst Google die Suchanfragen in die von euch definierte Form.

Die folgende Übersichtstabelle [1] listet alle möglichen Varianten auf, die Google in der AdWords-Hilfe benennt. Kommen wir noch einmal auf das Beispiel des Teeladens zurück. Ein User hat nach „schwarzer tee“ gesucht, und dieses Keyword hat zur Schaltung der Anzeige geführt.

Keyword-Platzhalter-Code

So wird’s angezeigt!

Groß- oder Kleinschreibung?

{keyword:Feine Tees} zum Top-Preis

schwarzer tee zum Top-Preis

alles klein

{KeyWord:Feine Tees} zum Top-Preis

Schwarzer Tee zum Top-Preis

Anfangsbuchstaben jedes Worts groß

{Keyword:Feine Tees} zum Top-Preis

Schwarzer tee zum Top-Preis

nur erster Buchstabe des ersten Worts groß

{KEYWord:Feine Tees} zum Top-Preis

SCHWARZER Tee zum Top-Preis

gesamtes erstes Wort und der erste Buchstabe aller weiteren Wörter

{KeyWORD:Feine Tees} zum Top-Preis

Schwarzer TEE zum Top-Preis

erster Buchstabe des ersten Wortes und alle Buchstaben aller weiteren Wörter

{KEYWORD:Feine Tees} zum Top-Preis

SCHWARZER TEE zum Top-Preis

Alle Buchstaben aller Wörter

Folgendes solltet ihr bei dieser Tabelle im Hinterkopf behalten: Googles Richtlinien für Anzeigentexte gelten auch für Keyword-Platzhalter. Hier gilt es insbesondere auf unnötige Großschreibung zu achten. Mehr dazu unter Sonderfälle.

Welche Vorteile bringen dynamisch eingefügte Keywords mit sich?

Relevanz

Wenn ihr etwas bei Google sucht, und den Wortlaut eurer Suchanfrage im Anzeigentext wiederfindet – was sagt das über die Anzeige aus?

Die Anzeige wirkt einfach relevanter, wenn man seine eigenen Wörter darin wiederfindet: Wenn sie richtig formuliert ist und das Keyword sinnvoll eingebunden ist, greift sie den Leidensdruck der Zielgruppe haargenau auf und verspricht Lösungen. Außerdem markiert Google die Wörter im Anzeigentext fett, die mit den Suchwörtern übereinstimmen. Bei Keyword-Platzhaltern wird im besten Fall also immer ein beträchtlicher Teil der Anzeige aufmerksamkeitserregend fett dargestellt. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Suchende auf die Anzeige klicken. Die Click-through-Rate bei DKI-Anzeigen fällt in der Regel höher aus als bei allgemein gehaltenen Anzeigen ohne Platzhalter.

Kein Wunder also, dass die CTR einer der Hauptfaktoren bei der Bestimmung des Qualitätsfaktors ist, der maßgeblich die Bietpreise beeinflusst. Ein hoher Qualitätsfaktor sorgt für niedrigere Bietpreise und macht es euch leichter, höhere oder Top-Anzeigenplätze zu besetzen. Und genau dazu können sinnvoll eingesetzte Keyword-Platzhalter mit starken CTRs beitragen.

Also: höhere Relevanz für den Nutzer = höhere CTR = positive Einfluss auf Qualitätsfaktor = höherer Anzeigenrang, günstigere Klickpreise

Weniger Zeitaufwand

Grundsätzlich eignen sich Keyword-Platzhalter dazu, eine Vielzahl von allgemeinen oder thematisch weit gefassten Keywords mit nur einem Anzeigentext zu versorgen. Im Folgenden möchte ich euch einige Fälle vorstellen, bei denen euch DKI Zeit sparen kann.

Beim Aufsetzen eines neuen Kontos, Angehen einer neuen Zielgruppe

Dynamic Keyword Insertion spielt gerade dann seine Vorteile aus, wenn ihr euer Produktportfolio erstmals über AdWords bewerben wollt und ein ganz neues Konto aufsetzt. Auch wenn euer Ziel immer sein sollte, für jedes einzelne eurer Produkte eine passende Anzeige zu formulieren, so kann dies am Anfang – natürlich abhängig von der Größe eurer Produktpalette – ein sehr aufwändiges Unterfangen sein. Da kommen euch Keyword-Platzhalter gerade recht, wenn ihr für ganze Produktgruppen auf eine einzige Standard-Anzeige zurückgreift. Ihr entgeht so auch dem Problem, nicht richtig abschätzen zu können, welches Keyword überhaupt wie häufig gesucht wird.

Ähnliches gilt, wenn ihr euch neuen Zielgruppen oder neuen Themen widmet. Agenturen stehen häufig vor dem Problem, sich in für sie fremde Zielgruppen und deren Jargon einarbeiten zu müssen. Man legt anfangs recht allgemein gehaltene Anzeigengruppen mit recherchierten Keywords an, ist sich aber nicht sicher, welche Schlüsselwörter im Anzeigentext den User zum Klicken bewegen. Bei neuen Themen ist es aber wichtig, eine gute CTR zu erzielen, da sonst der Qualitätsfaktor sinkt und die Klickkosten in die Höhe schießen. Hier können Keyword-Platzhalter – zumindest anfangs – positiv einwirken.

Bei einem tief diversifizierten Produktangebot

Hiermit sind Produkte meist nur eines Herstellers gemeint, die sich lediglich durch die Modellbezeichnung oder die Versionsnummer unterscheiden. Beispiel: Ihr habt euch ganz auf Flachbildfernseher aus dem Hause Samsung spezialisiert: Gibt ein Kunde die Versionsnummer ein, zum Beispiel UE46D6200 oder UE40D5000, spart es Zeit, diese Keywords zu buchen und den Anzeigentext für verschiedene dieser Modelle offen zu halten, anstatt für jede einzelne Versionsnummer eine eigene Anzeige zu schreiben.

Also: weniger Zeitaufwand durch teilweise standardisierte Anzeigen.

Hier stößt Dynamic Keyword Insertion an seine Grenzen

Dynamic Keyword Insertion hat aber auch seine Schattenseiten, die sich vor allem dann zeigen, wenn ihr Keyword-Platzhalter falsch einsetzt.

Falsche Rechtschreibung

Laut Googles Richtlinien verhindern orthographische und grammatikalische Fehler eine Anzeigenschaltung. Insbesondere bei Fremdwörter (bei unserem Teeladen-Beispiel etwa „Darjeeling“, „Ceylon“ oder „Gyokuro“) tun sich viele User schwer. Andere überschätzen ihre Tipp-Geschwindigkeit, sodass aus „Taekwondo-Kurs“ ein „Teakwondo-Kurs“ aus den Fingern gleitet. In der Anzeige würde sich dann ein Rechtschreibfehler befinden und das Keyword somit nicht ausgespielt werden. Denkt auch an die leicht zu begehenden Kasus- und Numerusfehler, welche die Anzeigentexte mitunter entstellen.

Unnötige Großschreibung

Durchgehende Großschreibung (außer zum Beispiel bei von Google anerkannten Akronymen, technischen Fachbegriffen oder bei Marken) blockiert die dynamische Einbindung von Keywords. Gibt der Nutzer „schwarzer Tee“ ein, und nutzt ihr die DIK-Schreibweise „KEYWord“, würde dies zu der Schreiweise „SCHWARZER Tee“ im Anzeigentext führen. Diese unnötige Großschreibung des Wortes „SCHWARZER“ verstößt gegen die Google-Richtlinien, sodass der Keyword-Platzhalter nicht zum Zug kommt. In diesem Fall greift Google auf euren Standard-Text hinter dem Doppelpunkt zurück.

Aber Kleinschreibung bei Substantiven ist doch ein Rechtschreibfehler…?

Findige AdWords-Kunden, die mit den Anzeigenrichtlinien vertraut sind, mögen jetzt aufschreien: „Moment mal, wenn das Nomen „Tee“ durch das Code-Wort „keyword“ gezwungenermaßen klein geschrieben wird, dann handelt es sich dabei doch um einen Rechtschreibfehler. ‚Tee‘ ist ein Substantiv und müsste dementsprechend großgeschrieben werden…“ Korrekt. Google gibt auch an, dass einer der häufigsten Gründe für die Ablehnung einer Anzeige Rechtschreibfehler sind. Aber bei Groß- und Kleinschreibung sind sie gewissermaßen inkonsequent. Hier prüft Google nur auf unnötige Großschreibung, weil eben diese gerne dafür genutzt wird, mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn ein Wort ohne einen bestimmten Grund großgeschrieben wird, kann es zur Ablehnung kommen. Wenn ein Substantiv aber kleingeschrieben wird, lehnt Google die Anzeige nicht ab. Für den Anzeigentitel unseres Beispiels bedeutet das: „Schwarzer tee“ wird auch genau in dieser Schreibweise angezeigt!

Ich finde es sinnvoll, wie Google hier vorgeht. Gerade das Deutsche ist mit der diffizilen Groß- und Kleinschreibung ein Sonderfall. Würde man jeden solchen Fehler ankreiden und den Standard-Text verwenden, so würde sich kaum eine Suchanfrage im Anzeigentext verlieren. Ich gehe allerdings davon aus, dass fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung auf einige User stümperhaft wirkt und folglich nicht zum Klick einlädt…

Gegenteilige Keywords

Wenn ihr nach Keywords recherchiert, findet ihr Begriffe, die nicht nur die Probleme eurer Zielgruppe benennen, sondern auch Wünsche oder Lösungen thematisieren [5]; beispielsweise landen so „Cellulite“ und „straffe Haut“ in einer einzigen Anzeigengruppe. Bei einem DKI-Anzeigentext wie „Mit diesen 7 Tipps werden Sie {Keyword:Orangenhaut} sofort los!“, sorgt „straffe Haut“ bestimmt für den einen oder anderen Lacher vor dem Bildschirm… Auch ein schönes Beispiel:

Markenverletzungen:

Es ist zwar erlaubt, geschützte Begriffe als Keyword zu verwenden (Brand Bidding), aber einen solchen im Anzeigentext aufzuführen, ist rechtswidrig, wenn neben den Suchergebnissen im Anzeigentext selbst der Markenname erscheint (OLG Düsseldorf, Beschl. v. 21.12.2010 – Az.: I-20 W 136/10). Da DKI aber potenziell jedes eurer Keywords in den Anzeigentext hineinpackt, solltet ihr mir geschützten Marken sehr vorsichtig umgehen. Mein Tipp: DKI bei Brand Bidding nicht verwenden! [6] [7]

Unpassende Angebote:

Natürlich solltet ihr nur Keywords einsetzen, die auch zu einem entsprechenden Angebot im Shop oder auf eurer Landing-Page passen. Denn ansonsten treibt ihr dank gesteigerter Click-through-Rate die Kosten in die Höhe, die Klicks laufen aber ins Leere.

Sonderfälle und Ausnahmen

Bei der DKI sind ein paar Sonderfälle und Ausnahmen zu beachten, die ich euch im Folgenden kurz vorstellen möchte. Ziehen wir noch einmal unsere Beispiel-Anzeige heran:

Sonderfall 1: angezeigte URL

Setzt ihr den Keyword-Platzhalter in der Zeile „Angezeigte URL“ ein und löst die Suchanfrage „schwarzer tee“ eine Anzeigenschaltung aus, wird trotzdem euer Standard-Text angezeigt. Warum ist das so? An der Zeichenlänge liegt es jedenfalls nicht – hier füllen sich nur 33 (20 durch Domain, 13 durch „schwarzer tee“) von 35 Zeichen. Das Problem ist das Leerzeichen! Denn Google erlaubt keine Leerzeichen in der angezeigten URL. Somit kommt der Standard-Text zum Einsatz, ergo: „tee-bestellen“.

Sonderfall 2: Ziel-URL

Für Ziel-URLs gilt ein etwas anderer Code. Zunächst müsst ihr durch ein Fragezeichen und die Benennung eines Parameters mit anschließendem Gleichzeichen („?kw=“) klar machen, dass ein Wert mit der URL übergeben wird. Bei dem Keyword-Platzhalter „keyword“ fallen Doppelpunkt und Standard-Text weg.

Ziel-URL: http://www.tee-kreuzung.de/?kw={keyword}

Für die Ziel-URL gelten andere Regeln als bei den übrigen Eingabefeldern: Bei Keyword-Platzhaltern in der Ziel-URL werden alle Keywords eingefügt, selbst wenn Google dieses im Anzeigentext abgelehnt hat.

Keyword-Platzhalter in der Ziel-URL einzusetzen bringt den Vorteil mit sich, dasjenige eurer angelegten Keywords, das zur Anzeigenschaltung geführt hat, auch in eurem Shop zu tracken – vorausgesetzt, ihr habt ein solches Programm in der Hinterhand. Aber ihr könnt damit nicht tracken, was die User in das Suchfeld eingegeben haben, sondern lediglich, welche Keywords aus eurer Anzeigengruppe die Impression ausgelöst haben! Oder ihr lasst den „kw=“-Wert am Ende der URL auslesen, um die User auf eine ganz spezielle Landing-Page zu leiten. So könnte beispielsweise der „kw=“-Wert „schwarzer tee aus indien“ den User gleich auf eure Übersichtsseite für indische Tees leiten. Vorsicht ist aber bei Umlauten, Sonder- und Leerzeichen geboten. Stellt sicher, dass diese auch richtig ausgelesen werden und den User nicht auf eine nicht existente URL führen!

Sonderfall 3: weitgehend passende Keywords und passende Wortgruppen

Wie sieht die Anzeige aus, wenn ein weitgehend passendes Keyword oder eine passende Wortgruppe zur Anzeigenschaltung führt? Schauen wir uns das folgende Beispiel ein:

In eurer Keyword-Liste habt ihr 3 Keywords eingebucht:

  • schwarzer tee indien
  • „schwarzer tee aus indien“
  • „indischer schwarzer tee“

Ein User sucht nun bei Google nach „milder schwarzer tee aus indien“. Da ihr dieses Keyword nicht in dieser Form bei AdWords hinterlegt habt, sorgt die passende Wortgruppe „schwarzer tee aus indien“ dafür, dass eure Anzeige ausgestrahlt wird. Und genau dieses Keyword zeigt sich nun in der Anzeige – und NICHT die konkrete Suchanfrage des Nutzers! Google bindet also das weitgehend passende Keyword oder die Wortgruppe aus eurem Keyword-Set ein, das für die Anzeigenschaltung verantwortlich ist, auch wenn es von der eigentlichen Suchanfrage abweicht [2].

Sonderfall 4: Mit Keyword-Platzhaltern mehr Zeichen im Anzeigentitel als erlaubt?

Einige Blogs [3] [4] berichten, dass man in manchen Fällen bis zu 28 Zeichen anstatt der erlaubten 25 Zeichen im Anzeigentitel nutzen kann, wenn man DKI nutzt. Dabei handelt es sich allem Anschein nach um Tests seitens Google. Mir wurde von einem Mitarbeiter von Google bestätigt, dass man kürzlich mit einer Auswahl von Kunden Tests mit längeren Anzeigentiteln durchgeführt hat. In der Regel sollten jedoch die vorgegebenen Zeichenlängen (25, 35, 35, 35, 1024) bestehen bleiben. Wer Lust hat, kann im Online-Dashboard testen, ob Google eure Anzeigen trotz Überlängen bestimmter Standard-Texte freigibt.

Keyword-Platzhalter im Display-Netzwerk?

Ihr fragt euch sicherlich: Wie soll das denn gehen? Der Nutzer gibt doch gar keine Suchanfrage ein, sondern „stolpert“ vielmehr über die Anzeige, wenn er sich zum Beispiel mit Content beschäftigt, der zu eurem Angebot passt. Und um es gleich vorwegzunehmen: Vom Einsatz von DKI im Display-Netzwerk ist abzuraten. Es ist zwar möglich, solche Anzeigen zu schalten, jedoch füllt Google die Platzhalter auf recht eigentümliche Weise.

Keyword-Platzhalter und Kontext-Targeting (automatische Placements)

Damit Kontext-Targeting funktioniert, gebt ihr eine Liste von weitgehend passenden Keywords vor – und Google sucht für euch automatisch die Anzeigenplätze im Display-Netzwerk aus, die am besten zu den Keywords passen. Bei DKI scannt Google die Website, gleicht es mit eurem Keyword-Set ab und fügt daraufhin das relevanteste Keyword aus eurer Anzeigengruppe in den Anzeigentext ein. Rein theoretisch kann also jedes eurer Keywords aus der Anzeigengruppe in euren Anzeigen auftauchen, abhängig von der Website, auf der die Anzeige geschaltet wird! Wenn Googles Analyse ergibt, dass euer Standard-Text am besten passt, wird dieser angezeigt.

Keyword-Platzhalter und Placement-Targeting (nur ausgewählte Placements)

Überraschung! Hier funktioniert Dynamic Keyword Insertion nicht, da ihr keine Keywords angegeben habt, die Google mit dem Inhalt der Websites abgleichen könnte. Ergo: Eure Anzeigen greifen auf die Standard-Texte zurück.

6 Tipps, die ihr bei Dynamic Keyword Insertion beachten solltet!

Damit Dynamic Keyword Insertion richtig gut funktioniert, möchte ich diese 6 Tipps mit euch teilen:

1. Überprüft die Syntax des Keyword-Platzhalters!

Hier schleicht sich gerne der Fehlerteufel ein: Achtet auf die beiden Klammern, den Doppelpunkt ohne Leerzeichen davor und dahinter! Überlegt euch einen sinnvollen Standardtext hinter dem Doppelpunkt. Den Standard-Text wegzulassen verhindert die Anzeigenschaltung.

2. Entgeht den zahlreichen Fehlerquellen!

Gestaltet den Anzeigentext so, dass sich alle eure Keywords dort sinnvoll einbinden lassen. Achtet hier besonders darauf, dass die Keywords auch grammatikalisch richtig eingebettet sind. Häufige Fehlerquelle sind falsche Wortendungen (Flexionen) oder Nomen, deren Numerus (Singular/Plural) nicht zum Rest des Satzes passt: „Jetzt schwarzer Tee kaufen!“ bzw. „Unsere schwarzer Tee schmecken vorzüglich!“. Wenn Google den Fehler nicht selbst aufspürt, wirkt der Anzeigentitel einfach nur unprofessionell!

3. Haltet die Keyword-Listen in euren Anzeigengruppen thematisch möglichst eng!

Das untergräbt zwar in gewisser Weise den Vorteil von DKI, sich nur einer standardisierten Anzeige für Keywords aus unterschiedlichen Themenbereichen zu bedienen. Jedoch werdet ihr schnell feststellen, dass euch niedrige Qualitätsfaktoren einen Strich durch die Rechnung machen, wenn die Keywords in einer Anzeigengruppe semantisch zu weit auseinander liegen.

4. Haltet die Conversion-Rate im Auge!

Eine gute CTR durch DKI-Anzeigen alleine bringt euch nichts ein. Zu allgemein gehaltene Anzeigen („Alles rund ums Thema XY“) oder standardmäßig „Rabatte von 10% für XY“ zu garantieren, mag zwar die CTR nach oben treiben. Passt aber das Angebot auf eurer Landing-Page nicht zur Anzeige, ist der User nach kurzer Zeit über alle Berge – und ihr habt einen Klick umsonst gezahlt. Bereitet die User also auf das Angebot auf eurer Landing-Page vor!

5. Optimiert Anzeigengruppen und Keywords kontinuierlich und schreibt eigene Anzeigen!

Das optimale Konto… Für jedes Produkt eine eigene Anzeigengruppe, ein eng gefasstes Keyword-Set und eine adäquate Anzeige. Das sollte euer Ziel sein! Langfristig wird sich das Aufdröseln von großen, thematisch weit gefassten Anzeigengruppen in spezifischere kleine auszahlen, um dem Kunden ganz gezielt Lösungen für sein konkretes Problem bzw. seinen Wunsch zu bieten. Jetzt ist es an der Zeit, eigene Anzeigen zu schreiben und diese gegen den bisherigen Standard – gegen DKI-Anzeigen – antreten zu lassen!

6. Kein Brand Bidding!

Einen fremden Markennamen als Keyword zu buchen und dann via DKI im Anzeigentext einzubinden, ist rechtswidrig und kann für jede Menge Ärger sorgen!

Fazit

Keyword-Platzhalter sind ein Kompromiss zwischen allgemeingültigem Anzeigentext und sehr speziellen Keywords. Gut verfasste und auf eure Keyword-Sets abgestimmte DKI-Anzeigen können für eine höhere Click-through-Rate sorgen und daher auch den Qualitätsfaktor positiv beeinflussen. Wenn ihr neue Konten schnell aus dem Boden stampfen wollt und nicht so recht wisst, welches eurer Keywords die Zielgruppe am ehesten in der Anzeige anspricht, sind Keyword-Platzhalter eine gute Wahl.

Aber Achtung: Ihr solltet DKI mit Vorsicht nutzen. Eine gute CTR bringt euch nichts, wenn ihr nicht auch ein Angebot auf eurer Landing-Page präsentiert, das die User zur Conversion veranlasst – und damit zu Umsätzen führt. Außerdem ist die Gefahr ist recht hoch, eine verwirrende Anzeige auf eure potenziellen Kunden loszulassen, wenn ihr die Keyword-Sets nicht auf eure Anzeigentexte abstimmt.

Richtig gute Anzeigentexte, die auf das jeweilige Produkt und die dafür angelegten Keyword-Sets ausgelegt sind und den Nutzer mit der richtigen Erwartung auf die Webseite führen, sind von DKI-Anzeigen nicht zu schlagen. Daher mein Appell: Formuliert auf jeden Fall eigene Anzeigen – so lange, bis sie die DKI-Anzeigen hinter sich lassen!

Quellen

[1] vgl. AdWords-Hilfe unter http://support.google.com/adwords/bin/answer.py?hl=de&answer=74996 [13.03.2012]
[2] vgl. AdWords-Hilfe unter http://support.google.com/adwords/bin/answer.py?hl=de&answer=75003 [13.03.2012]
[3] Gruber, Martina unter http://www.crealytics.de/blog/2010/01/04/geht-nicht-gibts-nicht-headlines-mit-mehr-als-25-zeichen-in-google-adwords-textanzeigen-so-gehts-mgruber/ [13.03.2012]
[4] Ads-Optimization unter http://ads-optimization.com/adwords-policy/more-than-25-characters-in-adwords-ad-texts.html [13.03.2012]
[5] Beck, Alexander (2011): Google AdWords, Heidelberg: mitp, S. 265-271
[6] Laukemann, Marc unter http://www.mediadonis.net/brand-bidding-und-markenrecht-ist-das-einbuchen-fremder-keywords-bei-google-adword-jetzt-erlaubt/ [13.02.2012]
[7] Dittmann, Marcus unter http://www.onlinelaw.de/de/aktuelles/it_news.php?we_objectID=302&pid=0 [13.02.2012]

3 Antworten zu Dynamic Keyword Insertion: Keyword-Platzhalter optimal nutzen!

  1. [...] Dynamic Keyword Insertion: Keyword-Platzhalter optimal nutzen! [...]

  2. [...] Einige hilfreiche Erklärungen zu den Grenzen der Dynamic Keyword Insertion gibt es auf sea-sight.com! [...]

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